Zur Belegungsabfolge des Gräberfeldes von Trebur:
Argumente der typologieunabhängigen Datierungen
www.jungsteinsite.de - Artikel vom 1. Oktober 2002

Johannes Müller

 

Das Gräberfeld von Trebur ist zur Zeit einer der am besten vorgelegten neolithischen Friedhöfe Mitteleuropas. Allerdings widersprechen die fünfunddreißig 14C-Datierungen den chronologisch bewerteten typologisch-korrespondenzanalytischen Analyseergebnissen. Obwohl die naturwissenschaftlichen Daten Probleme aufweisen, läßt sich mit ihrer Hilfe eine Belegungsabfolge für Trebur postulieren, die einem Reihengräberfriedhof entspricht. In der Konsequenz dürften Großgartach und Hinkelstein längerfristig gleichzeitig bestanden haben und als Zeichensysteme unterschiedlicher lokaler Identitätsgruppen aufzufassen sein. Auch ist davon auszugehen, daß nur ein kleiner Teil einer Residenzgruppe über mehrere Generationen, nicht aber eine ganze Gemeinschaft über einen kürzeren Zeitraum in Trebur bestattete.

 

The Trebur cemetery: occupation sequence and radiocarbon dates
The Trebur graveyard is currently one of the best documented Neolithic cemeteries in Central Europe. Yet 35 carbon 14 dates contradict the chronologically evaluated findings of the typological analysis. Although these scientific data must be treated with caution, they suggest an occupation sequence for Trebur that corresponds to medieval
Reihengräber cemeteries. Consequently, it is likely that Großgartach and Hinkelstein coexisted contemporary for some time and can be interpreted as sign systems of different local identity groups. It can also be assumed that only a small part of a residence group over several generations - not an entire community over a short period - is buried in Trebur.

Die folgenden Anmerkungen sind Ergebnisse einer ursprünglich als Rezension geplanten Besprechung der Monographie zum Treburer Gräberfeld (Spatz 1999). Dieser Artikel erscheint ebenfalls (mit Schwarzweiß-Abbildungen) in der Prähistorischen Zeitschrift 77, 2002, 148-158.

 

Einleitung
Die 14C-Daten
Die räumliche Struktur des Gräberfeldes
Die räumliche Position der 14C-Daten im Gräberfeld und das Belegungsmodell
Ergebnis und sozialhistorische Konsequenzen
Methodische Schlußbemerkung
Literatur

 

Einleitung

Zu einer der wenigen vollständig ergrabenen neolithischen Nekropolen Mitteleuropas gehört das Gräberfeld von Trebur, Kr. Groß-Gerau. Der mittelneolithische Friedhof ist vor kurzem in einer hervorragenden Monographie in seiner Gesamtheit vorgelegt worden (Spatz 1999). Wir haben es Helmut Spatz zu verdanken, daß sowohl der typologische Bestand der Gräber, die räumliche Struktur der Befunde als auch biologische und soziale Aspekte der Nekropole in vorbildlicher Weise dargelegt wurden. Weiterhin liegen zahlreiche naturwissenschaftliche Untersuchungen vor, die ebenfalls in der genannten Monographie in ihren Ergebnissen der Fachwelt zur Verfügung gestellt werden und bereits von Helmut Spatz in seine Analysen einbezogen wurden. Alle im folgenden dargelegten Interpretationen wären ohne die Präsentation der Funde und Befunde und der ergebnisorientierten Auswertung des genannten Autors nicht möglich gewesen. 
Die besondere Bedeutung des Gräberfeldes von Trebur liegt u.a. im räumlich getrennten, aber gleichwertigen Auftreten von Gräbern der Hinkelsteiner und der Großgartacher Gruppe. Sie lassen sich einerseits aufgrund ihrer unterschiedlichen Beigabentypen und Details der Bestattungssitten klar voneinander trennen, scheinen aber andererseits - zumindest zum Teil - in ihrem Lagebezug miteinander in Verbindung zu stehen. Der Zusammenhang zwischen den zwei Keramikgruppen Großgartach und Hinkelstein ist nicht nur für die sozialhistorische Interpretation des Friedhofs von Wichtigkeit (s.u.), sondern auch für die chronologische Diskussion. Im Extrem stehen sich wissenschaftliche Ansätze gegenüber, die entweder eine feinchronologische Gliederung innerhalb von Hinkelstein und Großgartach vornehmen und eine Nachzeitigkeit der Keramikgruppen postulieren (z.B. Spatz 1996; Eisenhauer 1999) oder andere, die von einer partiellen Gleichzeitigkeit genannter Keramikgruppen ausgehen (z.B. Biermann 1997).
Was den Friedhof von Trebur betrifft, so wurde hier eine Lösung dieser Probleme mit Hilfe von Radiokarbondaten erhofft (Spatz 1999, 213). Doch stellen sich gerade in bezug auf diese 35 Radiokarbondaten, von den Laboratorien Heidelberg und Oxford angefertigt, offene Fragen. Zwar ist Trebur die am intensivsten radiokarbondatierte Nekropole des europäischen Neolithikums, doch widersprechen die Daten zum Teil der chronologischen Interpretation korrespondenzanalytischer Ergebnisse zur Hinkelsteiner und Großgartacher Keramik, deren typologische Sequenzen in Trebur bisher ausschließlich zeitlich interpretiert wurden (ebd. 199ff.).
Dies war Anlaß für einen neuen Interpretationsversuch, der die naturwissenschaftlich-archäologischen Datierungen und die räumliche Struktur des Gräberfeldes berücksichtigt. Ausgangspunkt ist dabei die Fragestellung, ob sich typologieunabhängig aus den naturwissenschaftlichen Datierungen im Gräberfeld sinnvolle und archäologisch interpretierbare räumliche Strukturen zur Belegungsabfolge ergeben. 
Im Falle Treburs ist ein solches Unterfangen eng verbunden mit weiteren grundsätzlichen Erwägungen:

  1. Bei kurzer Belegungsdauer der Nekropole Trebur ist davon auszugehen, daß hier eine größere Gemeinschaft ihre Toten bestattete; bei längerer Belegungsdauer, daß nur ein Teilsegment einer Gemeinschaft, z.B. eine Familie eines Dorfes, ihre Verstorbenen deponierte. Letzteres impliziert die Existenz unterschiedlicher Bestattungspraktiken oder mehrere Gräberfelder für eine Siedlungsgemeinschaft.
  2. Bei einer weitgehenden lokalen Gleichzeitigkeit der Großgartacher und Hinkelsteiner Gräber müssen sich in der Ornamentik der Keramik dieser mittelneolithischer Gruppen primär nicht-chronologische Aspekte der betroffenen mittelneolithischen Gemeinschaften widerspiegeln.
  3. Beide Aspekte erfordern eine kulturanthropologische und sozialhistorische Interpretation.

Die 14C-Daten

Die vorliegenden 14C-Datierungen (Liste 1) wurden bisher in bezug auf drei Aspekte diskutiert (Spatz 1999, 210ff.): erstens die Diskrepanzen zwischen den Oxforder AMS- und den konventionellen Heidelberger Datierungen, zweitens der 300-400jährige Zeitraum, den die Datierungen in Trebur abdecken und drittens die deutliche Gleichzeitigkeit von Großgartacher und Hinkelsteiner Gräbern aufgrund der 14C-Datierungen. Während mit den letztgenannten Aspekten eher unterschiedliche Modellvorstellungen prähistorischer Gesellschaften betroffen sein könnten, müssen die Widersprüche zwischen Oxforder und Heidelberger Datierungen erklärt werden. 

Grab-
Nr.

Inv.-
gruppe

HD
Nr.

HD
BP

HD
STD

HD
calBC
alt

HD
calBC
jung

HD
calBC
"Mitte"

OxA
Nr.

OxA
BP

OxA
STD

OxA
calBC
alt

OxA
calBC
jung

OxA
calBC
"Mitte"

Synthese
calBC
"Mitte"

16

"G"

14947

5602

25

4460

4360

4410

 

 

 

 

 

 

4600

21

"G"

15031

5729

16

4600

4500

4550

5594

5770

55

4690

4540

4620

4580

61

"G"

15210

5834

22

4770

4620

4700

 

 

 

 

 

 

4950

38

"G"

14812

5782

20

4690

4595

4640

 

 

 

 

 

 

4750

31

"G"

15465

5698

20

4545

4465

4510

 

 

 

 

 

 

4680

25

"G"

15314

5613

24

4490

4360

4430

 

 

 

 

 

 

4600

17

"G"

14811

5826

20

4770

4620

4700

5593

5910

90

4910

4620

4770

4770

58

"G"

15315

5622

26

4500

4360

4430

5320

5840

55

4780

4610

4700

4700

60

"G"

15450

5520

20

4435

4335

4390

 

 

 

 

 

 

4550

52

"H"

15079

5804

34

4720

4600

4660

5595

5840

55

4780

4610

4700

4700

42

"H"

15227

5738

25

4670

4530

4600

 

 

 

 

 

 

4750

40

"H"

15449

5534

25

4450

4340

4400

 

 

 

 

 

 

4600

53

"H"

14818

5586

26

4455

4360

4410

 

 

 

 

 

 

4600

120

"H"

14946

5493

36

4360

4250

4310

 

 

 

 

 

 

4500

113

"H"

15438

5857

31

4780

4710

4750

 

 

 

 

 

 

4850

108

"H"

15671

5893

39

4805

4710

4760

 

 

 

 

 

 

4850

127

"H"

15523

5842

30

4780

4620

4700

5598

6065

70

5060

4810

4940

4940

126

"H"

14844

5773

31

4690

4550

4620

 

 

 

 

 

 

4750

130

"G"

15462

5433

32

4335

4250

4290

5599

5760

55

4690

4540

4620

4500

132

"H"

15439

5959

33

4910

4780

4850

5322

5980

90

4960

4720

4840

4840

122

"G"

15133

5375

27

4330

4110

4220

 

 

 

 

 

 

4550

106

"G"

14948

5591

54

4460

4355

4410

5596

5685

55

4600

4410

4510

4510

107

"H"

14949

5669

32

4540

4455

4500

5597

5835

55

4780

4610

4700

4700

67

"H"

15076

5764

19

4680

4550

4620

 

 

 

 

 

 

4750

68

"H"

15273

4953

21

3755

3655

 

5321

5945

55

4910

4720

4810

4810

Grab-
Nr.

Inv.-
gruppe

HD
Nr.

HD
BP

HD
STD

HD
calBC
alt

HD
calBC
jung

HD
calBC
"Mitte"

OxA
Nr.

OxA
BP

OxA
STD

OxA
calBC
alt

OxA
calBC
jung

OxA
calBC
"Mitte"

Synthese
calBC
"Mitte"

Liste 1: Die 14C-Daten des Gräberfeldes Trebur. Die Kalibration wurde mit OxCal Version 3.5 (C. Bronk Ramsey 2000) mit der Kalibrationskurve von Stuiver et al. 1998 durchgeführt. Abkürzungen:
HD Heidelberg; OxA Oxford-Beschleuniger; BP v.1950 (unkalibriert); calBC v.Chr. kalibriert; alt 1-Sigma-Wahrscheinlichkeitsgrenze cal BC zum Älteren; jung 1-Sigma-Wahrscheinlichkeitsgrenze cal BC zum Jüngeren; "Mitte" mittlerer kalibrierter Wert zwischen alt und jung; Synthese calBC "Mitte" "mittleres" Datum nach Korrektur der Heidelberger Daten; G Großgartach; H Hinkelstein.

Folgendes kann tatsächlich festgestellt werden:

  • Die 10 Beschleuniger-Daten aus Oxford, die als Nachdatierung an einem Teil der bereits in Heidelberg konventionell datierten 25 Knochen ermittelt wurden, sind generell älter als die Heidelberger (Spatz 1999, 214 Tab. 80). Die Abweichungen sind so groß, daß sich in der Hälfte der Fälle die 1-Sigma-Wahrscheinlichkeitsbereiche nicht überschneiden (ebd.).
  • Trotz dieser Unsicherheiten entsprechen sich die Gräberabfolgen, von Spatz (1999, 215) aufgelistet an unkalibrierten BP-Daten, der Oxforder und Heidelberger Serie größtenteils.
  • Beide Serien belegen unabhängig voneinander als älteste Gräber Hinkelsteiner, als jüngste Großgartacher und dazwischen eine breite zeitliche Überlappung von Gräbern beider Keramikgruppen.

Gerade die beiden letzten Aspekte verweisen darauf, daß zwar einerseits eine erhebliche Problematik mit den 14C-Daten aus Trebur verbunden ist, andererseits aber ein systematischer, nicht zu erkennender Fehler z.B. bei der Probenaufbereitung in einem Labor als Ursache für die Abweichungen in Frage kommen könnte (vgl. Spatz 1999, 217).
Sowohl der Bearbeiter Treburs (Spatz 1999, 217) als auch das Labor in Heidelberg (freundliche Auskunft Kromer) gehen davon aus, daß in den Oxforder Proben eine moderne Kohlenstoffkomponente stärker beseitigt worden ist als in den Heidelberger Messungen. Hieraus ergibt sich das generell höhere Alter der Oxforder gegenüber den Heidelberger Daten, was auch den Erwartungen im Rahmen der früh- und mittelneolithischen Datierungssequenzen West- und Süddeutschlands eher entspricht (ebd. 217ff.). Da auch andere archäologisch-naturwissenschaftliche Datierungen vergleichbarer typologischer Materialien den Oxforder Datenwerten offensichtlich entsprechen (Biermann 1997; Spatz 1999, 217), sollen hier die Oxforder Zeitansätze als plausibel gelten.

Korrektur der 1-Sigma Werte der kalibrierten Heidelberger 14C-Daten mit Hilfe der Oxforder Paralleldatierungen. Abb. 1: Korrektur der 1-Sigma Werte der kalibrierten Heidelberger 14C-Daten mit Hilfe der Oxforder Paralleldatierungen.
Die Korrektur ist notwendig, da offensichtlich in der Heidelberger Serie ein moderner Kohlenstoffanteil weniger stark beseitigt wurde als in der Oxforder Serie. Die hohe Korrelation verdeutlicht eine gleichläufige Verzerrung der Werte und damit die Korrekturmöglichkeit.
Oben: niedrigster 1-Sigma Wahrscheinlichkeitswert. Mitte: fiktiver Mittelwert der 1-Sigma Wahrscheinlichkeitsverteilung. Unten: höchster 1-Sigma Wahrscheinlichkeitswert.

 

Bei allen Diskussionen dieser Daten ist daran zu denken, daß Holzkohledaten aufgrund möglicher Altholzeffekte zu früh ausfallen können. Die bisher aufgestellten früh- und mittelneolithischen Absolutchronologien basieren im wesentlichen auf Holzkohledaten. Es kann davon ausgegangen werden, daß diese absolutchronologischen Systeme grundsätzlich um einen gewissen Zeitabschnitt (nach mündlicher Mitteilung von Bernhard Weninger durchschnittlich 150 Jahre) zu alt ausfallen.

Die Daten aus Trebur verweisen in etwa auf einen Dauer des Großgartacher Keramikstils von 4900-4500 v.Chr., des Hinkelsteiner Stils von 5000-4600 v.Chr. Beide Zeitbereiche fallen im Verhältnis zu Holzkohledatierungen um 100-200 Jahre zu jung aus. Interessanterweise sind die Abweichungen zwischen Oxforder und Heidelberger kalibrierten Daten für sowohl den inneren und äußeren 1-Sigma-Grenzwert als auch einen (fiktiven) Mittelwert in der Mitte des 1-Sigma-Zeitintervalls nicht zufällig (Abb. 1). Signifikante Korrelationen ermöglichen eine schlüssige Regressionskurve, mit deren Hilfe die Heidelberger Daten immerhin im Rahmen einer arbeitsfähigen Fehlerwahrscheinlichkeit korrigiert werden können. Daraus ergeben sich die in Liste 1 aufgeführten "Synthesedaten" beider Serien mit veränderten Heidelberger und gleichbleibenden Oxforder kalibrierten Werten. Wenn auch der absolutchronologische Wert der Datenserie ohne fundplatzfremde Daten umstritten bleiben wird, ist eine relativchronologische Bedeutung für Trebur nicht zu bestreiten.
In der Konsequenz können wir bei weiteren Schlüssen mit drei Datenkategorien - Synthesedaten, Heidelberg, Oxford - rechnen. Zur Vereinfachung schildern wir unsere Ergebnisse mit den Synthesedaten und erwähnen andere Datenkategorien nur bei Abweichungen vom erzielten Ergebnis oder bei Interpretationsschwierigkeiten. Auch versuchen wir im folgenden, die Struktur der Kalibrationskurve, die in der betroffenen Zeit 6 differenzierbare Datierungsabschnitte aufweist, mit in die Analyse einzubeziehen. Weitergehende Schlüsse können allerdings nur aus einer Diskussion der räumlichen Struktur des Gräberfeldes und der räumlichen Positionierung der 14C-Daten gezogen werden.

Die räumliche Struktur des Gräberfeldes

Bereits H. Spatz (1999, 9 und Taf. 188) hat dargelegt, daß sich das Gräberfeld in einen dichten Gräberbereich mit primär Hinkelsteiner Bestattungen und einen Bereich mit eher locker gestreuten Gräbern der Großgartacher Gruppe teilt (Abb. 2). Aufgrund grabfreier Zonen und kultureller bzw. bestattungsritueller Zuordnungen wird der Friedhof in die Raumgruppen I-III getrennt, wobei I und II den Hinkelsteiner, IIIa-c den Großgartacher Bereich betreffen. Es ist zu betonen, daß sich insbesondere II und III, aber auch IIIa und IIIb durch fundleere Zonen voneinander abgrenzen. IIIc und II lassen sich durch unterschiedliche Skelettorientierungen voneinander scheiden.

Die räumliche Verteilung Großgartacher (rot) und Hinkelsteiner (grün) Bestattungsbereiche im Gräberfeld Trebur.
Abb. 2: Die räumliche Verteilung Großgartacher (rot) und Hinkelsteiner (grün) Bestattungsbereiche im Gräberfeld Trebur. Den einzelnen Gräbern sind als Flächen Thiessen-Polygone zugeordnet. Darüber hinaus sind die räumlichen Gräberfeldareale I-III (nach Spatz 1999, Taf. 188) markiert. Die Ausdehnung des Gräberfeldes beträgt 90x50 m.

Unabhängig von der Differenzierung des Großgartacher und Hinkelsteiner Gräberareals und der Raumgruppen I-III gehört zum prägenden räumlichen Eindruck die Beschreibung von Gräberreihen: Abb. 3 zeigt anhand der Skelettorientierungen wie auch der räumlichen Abstände, daß sich ein regelrechter Reihengräberfriedhof, insbesondere im Hinkelsteiner Gräberareal, abzeichnet. Diese Gräberreihen, sofern rekonstruierbar, respektieren die Unterscheidung zwischen Hinkelstein und Großgartach nicht. Abb. 4 versucht, mit Hilfe die Thiessen-Polygone der einzelnen Gräber die Reihung in Trebur zu visualisieren. Es wurde in der Darstellung darauf verzichtet, eher unsichere, aber doch wahrscheinliche Gräber oder "Gräberpaare", das heißt, Gräber, die eindeutig zusammengehören, ebenfalls zu markieren (Grabreihe 132-134-132, 121-124, 65-84, 16-12-19). Trotzdem kann ein großer Teil des Friedhofs als Reihen markiert werden. Während die Situation im Hinkelsteiner Areal klar ist, könnten sich im Großgartacher Abweichungen vom genannten Prinzip ergeben.
Eine solche Reihengräberstruktur hat Konsequenzen für die Abfolge der Grablegungen: Sicherlich sind solche Gräberreihen von einem Ende zum anderen und möglicherweise auch Reihe für Reihe angelegt worden. Die räumliche Verteilung der chronologisch interpretierten Keramikgruppen der Hinkelsteiner und Großgartacher Korrespondenzanalysen (Spatz 1999, Taf. 183f.) spiegeln eine solche Reihengräberstruktur nicht wider. Umso interessanter ist die Frage, wie sich die 14C-Daten im Gräberfeldplan positionieren.

Die Lage und Orientierung der Bestattungen im Gräberfeld. Die Reihenfriedhofstruktur wird erkennbar.
Abb. 3: Die Lage und Orientierung der Bestattungen im Gräberfeld. Die Reihenfriedhofstruktur wird erkennbar.
Striche: Orientierung der Bestattungen. Punkte: Orientierung der Bestattung nicht rekonstruierbar.
Kennzeichnung von Gräbern, die rekonstruierbar Gräberreihen bilden.
Abb. 4: Kennzeichnung von Gräbern, die rekonstruierbar Gräberreihen bilden.

Die räumliche Position der 14C-Daten im Gräberfeld und das Belegungsmodell

Eine Kartierung der 14C-Werte im Gräberfeldplan zeigt folgendes (Abb. 5):

  1. Im Hinkelsteiner Friedhofsareal liegen die ältesten Werte im nördlichen Gräberareal II (Grab 127: 4940 v. Chr. ; Grab 132: 4840 v. Chr.; zur Vereinfachung wird bei den Werten im Text ein "mittlerer" kalibrierter Wert der Synthesedaten angegeben, exakt müßte die 1-Sigma-Spanne aufgelistet werden. Diese kann in Liste 1 nachvollzogen werden.) und im SO-Bereich von Gräberareal I ( Grab 113: 4850 v. Chr.; Grab 108: 4850 v. Chr.; Grab 68: 4810 v. Chr.). Im Gräberareal II findet sich südlich ein jünger datiertes Grab (Grab 126: 4750 v. Chr.); je weiter wir im Gräberareal I nach NW gelangen, desto jünger werden auch hier die Daten (u.a. Grab 40 mit 4600 v. Chr. und Grab 120 mit 4500 v. Chr.).
  2. Im südöstlichen Hauptareal der Großgartacher Gräber (Gräberareal IIIc) finden wir mit Grab 61 (4950 v. Chr.) und Grab 17 (4770 v. Chr.) zwei älter datierte "14C-Gräber" in zentralerer Lage, von wo dann nach SO bzw. NW die Daten jünger werden.
  3. In den Großgartacher Grabarealen IIIb und IIIa sind die Daten grundsätzlich jung, mit Ausnahme von Grab 122 (4700 v. Chr.), das typologisch Hinkelstein zuzusprechen ist.
Lage und Werte der 14C-Mittelwerte im Gräberfeld.
Abb. 5: Lage und Werte der 14C-Mittelwerte im Gräberfeld (angegeben ist der kalibrierte fiktive Mittelwert der Synthesedaten, siehe Liste 1). Die Interpolation beschreibt ältere bis jüngere Belegungsräume, farblich dargestellt von rot zu blau. Das Gebiet Hinkelsteiner Gräber ist umrandet.

Eine Interpolation der 14C-Daten (Inverse Distance Weighting, durchgeführt mit dem Programm Vertical Mapper, Version 2.6 [Exponent: 2; Radius: 24,33]) verdeutlicht die klare räumliche Differenzierung alter und junger 14C-Daten: Die Belegung des Friedhofs setzte an mindestens drei Stellen ein, von wo aus das Friedhofsareal in festgelegte Richtungen vergrößert wurde.
Haben wir dieses Entwicklungsbild bisher mittels der Synthesedaten dargestellt, so können wir das auch sowohl mit der Datengruppe Heidelberg als auch der Datengruppe Oxford tun (Abb. 6-7). Allerdings müssen an den Heidelberger Originaldaten entsprechende Alterskorrekturen vorgenommen werden (s.o.).

Lage und Werte der 14C-Mittelwerte der Daten aus Heidelberg im Gräberfeld. Abb. 6: Lage und Werte der 14C-Mittelwerte der Daten aus Heidelberg im Gräberfeld (angegeben ist der kalibrierte fiktive Mittelwert, s. Liste 1).
Die Interpolation beschreibt ältere bis jüngere Belegungsräume, farblich dargestellt von rot zu blau. Das Gebiet Hinkelsteiner Gräber ist umrandet. Aufgrund des systematischen Aufbereitungsdefizites sind die Daten ca. zweihundert Jahre zu jung.
Lage und Werte der 14C-Mittelwerte der Daten aus Oxford im Gräberfeld. Abb. 7: Lage und Werte der 14C-Mittelwerte der Daten aus Oxford im Gräberfeld (angegeben ist der kalibrierte fiktive Mittelwert, s. Liste 1).
Die Interpolation beschreibt ältere bis jüngere Belegungsräume, farblich dargestellt von rot zu blau. Das Gebiet Hinkelsteiner Gräber ist umrandet.

Abb. 8 reduziert die Darstellung auf den Hinkelsteiner Bereich. Sowohl die Verteilung der 14C-Daten als auch die Interpolation zeigen bereits, daß wohl Reihe für Reihe belegt wurde. Zumindest im archäologisch-naturwissenschaftlich jünger datierten Grabareal I wurde die Reihe möglicherweise jeweils von NW nach SO belegt, um dann eine neue Reihe anzufangen. Abb. 9 zeigt das Verteilungsmuster nur für den Großgartacher Gräberbereich. Hier wird deutlich, daß bei einer separaten Betrachtung und Interpolation Großgartacher und Hinkelsteiner Radiokarbondaten das Gräberareal IIIa eher jung datieren.

 

Lage und Werte der 14C-Mittelwerte im Hinkelsteiner Gräberfeldareal (angegeben ist der kalibrierte fiktive Mittelwert der Synthesedaten). Abb. 8 (links): Lage und Werte der 14C-Mittelwerte im Hinkelsteiner Gräberfeldareal (angegeben ist der kalibrierte fiktive Mittelwert der Synthesedaten, s. Liste 1).
Die Interpolation beschreibt ältere bis jüngere Belegungsräume, dargestellt mit Hilfe von Isolinien.
Abb. 9 (unten): Lage und Werte der 14C-Mittelwerte im Gräberfeld (angegeben ist der kalibrierte fiktive Mittelwert der Synthesedaten, siehe Liste 1). Die Interpolation beschreibt ältere bis jüngere Belegungsräume, farblich dargestellt von rot zu blau.
Lage und Werte der 14C-Mittelwerte im Gräberfeld (angegeben ist der kalibrierte fiktive Mittelwert der Synthesedaten).

Übertragen auf Abb. 4, würden die 14C-Daten eine zeitlich gestaffelte Belegung der Gräberreihen ergeben, die in mehreren Arealen des Gräberfeldes beginnt. Dies wird durch die Interpretation der Daten in Abb. 10 verdeutlicht:

Modell zu Belegungsbeginn und Belegungsrichtung dreier Gruppen im Gräberfeld Trebur.
Abb. 10: Modell zu Belegungsbeginn und Belegungsrichtung dreier Gruppen im Gräberfeld Trebur. Die ovalen Flächen markieren frühe Belegungszonen.

Im Modell, das auf der räumlichen Position der 14C-Daten in bezug auf die Gräberreihungen innerhalb der Nekropole beruht, wird der Belegungsablauf nochmals erkennbar: Die Belegung beginnt mit zwei Hinkelsteiner Arealen um ca. 5000/4900 v. Chr. und mit einem dritten, einem Großgartacher Areal um ca. 4800/4700 v. Chr. Im Laufe von ca. 400 Jahren wird das Hinkelsteiner Grabareal I Richtung NW erweitert, während das Hinkelsteiner Grabareal II nach SO verlagert wird. Das Großgartacher Grabareal IIIc dehnt sich zunächst in nordwestlicher und südöstlicher Richtung aus, um dann in einer Spätphase über IIIb nach IIIa zu expandieren, teilweise bis an die Peripherie von Grabgebieten, die vor Jahrhunderten durch die Hinkelsteiner Gruppe belegt worden waren. Deren Aktivitäten waren hier wohl um 4600/4500 v. Chr. abgeschlossen, während die Großgartacher Belegung bis um 4500/4400 v. Chr. angedauert haben dürfte.
Hinweise auf eine länger währende Gleichzeitigkeit von Hinkelstein und Großgartach liegen bereits aus zahlreichen Kontaktfunden vor, die allerdings von verschiedenen Autoren unterschiedlich beurteilt werden. Eric Biermann kommt zu dem Schluß, daß eine Koexistenz von Hinkelstein II "zumindest mit Großgartach IIa wahrscheinlich ist" (Biermann 1997, 35 und 42 Abb. 7). Für die Zeit Hinkelstein/Großgartach I/Großgartach II kann aufgrund der vorliegenden 14C-Daten außerhalb Treburs ein Zeitabschnitt von 5000-4650 v. Chr. in Anspruch genommen werden. Als Argument für eine strikte Abfolge Hinkelstein - Großgartach werden die Vertikalstratigraphien kolluvialer Ablagerungen in Hilzingen, Mühlhausen und Singen angeführt (Dieckmann 1987; 1988; Fritsch/Ehrminger 1986; Dieckmann et al. 1997; Dieckmann et al. 2000). Wenn diese auch die - hier nicht bestrittene - grundsätzliche Differenz zwischen Großgartach und Hinkelstein belegen, müssen sie für feinchronologische Fragestellungen jedoch erst archäologisch-statistisch und sedimentologisch publiziert werden, um in der geführten Diskussion eine Rolle spielen zu dürfen. Derzeit gibt es also ausschließlich typologische Aspekte, die - chronologisch ausgelegt - der rekonstruierten Gleichzeitigkeit von Gräbern unterschiedlichen kulturellen Charakters widersprechen würden.

Ergebnis und sozialhistorische Konsequenzen

Obwohl die 14C-Daten vom Gräberfeld Trebur nicht nur kalibriert, sondern teilweise korrigiert werden mußten, ergeben sich aufgrund ihrer räumlichen Verteilung zwei Grundtendenzen: erstens beginnt die Belegung an drei unterschiedlichen Plätzen des Friedhofsareals, zweitens ist sowohl im Großgartacher als auch im Hinkelsteiner Areal eine Entwicklung von alt belegten zu jung belegten Flächen nachweisbar. Dabei entspricht die Ausbreitungstendenz dem, was wir aufgrund der Reihengräberstruktur erwarten würden.
Akzeptieren wir die hier postulierte Belegungsabfolge als chronologische Abfolge, so können die korrespondenzanalytischen Resultate nicht chronologisch bewertet werden. Tatsächlich haben die Korrespondenzanalysen sowohl für Hinkelsteiner als auch Großgartacher Verzierungsmotive keine parabelartigen Strukturen ergeben (vgl. Spatz 1999, 201ff. Abb. 112-113). Bereits hier wird deutlich, daß die Ornamentik im grabrituellen Zusammenhang von Trebur keinen oder zumindest nicht nur zeitlich begrenzten Moden folgt. Statt dessen dürften die Verzierungsmotive individuelle Vorlieben und vielleicht verwandtschaftlich bestimmte Wechselbeziehungen innerhalb der Gemeinschaften ausdrücken. Dafür sprechen einerseits Verbindungen zwischen räumlich benachbarten Gräbern durch auffällige Verzierungsmotive (Spatz 1999, 269: Männergräber [62; 67; 68; 72] durch das Motiv des "liegenden Bäumchens"), andererseits die eher zufällige räumliche Verteilung der typologisch über die Korrespondenzanalyse erhaltenen Verzierungsgruppen im Gräberfeldplan (vgl. ebd. Taf. 187).
Das Nebeneinander der Großgartacher und Hinkelsteiner Gräber, zumindest während mehrerer Generationen, zeugt möglicherweise von einem bewußten Abgrenzen zweier benachbarter Identitätsgruppen. So ist der Hinkelsteiner Friedhofsbereich durch eng beieinanderliegende Bestattungen, die reichlich mit Beigaben versehen wurden, gekennzeichnet, während im Großgartacher Areal größere Räume für die einzelnen Bestattungen in Anspruch genommen wurden, dafür aber die Beigabenvielfalt geringer ausfiel.
Auffällig ist, daß die von H. Spatz (1999, Taf. 186) anhand der Beigabenmengen und der Qualität der Beigaben herausgearbeiteten reichsten Bestattungen des gesamten Friedhofs an der Grenze zwischen Großgartacher und Hinkelsteiner Gräberareal (NW-SO), das heißt im Zentrum des Gräberfeldes von Trebur, liegen und allem Anschein nach die Trennlinie der beiden Identitätsgruppen markieren.
Obwohl sich natürlich aus kulturanthropologischer Sicht unterschiedlichste Erklärungsmuster für die sich im Bestattungsritus und in der materiellen Beigabenkultur äußernden unterschiedlichen Identitätsbezüge anbieten (Verwandtschaftsgruppen, Moities), kommen wir mit unseren derzeitigen archäologischen Mitteln einer Verifikation nicht näher. Immerhin wird deutlich, daß das Gräberfeld Trebur über eine relativ lange Generationenfolge hinweg belegt worden ist und damit sicherlich ehemals einen stabilen rituellen Platz darstellte. Aufgrund der langen Laufzeit des Gräberfeldes ist allerdings auch klar, daß hier nur ein Teilsegment einer Residenzgruppe bestattete und wir noch mit anderen Bestattungsformen oder -plätzen rechnen können. Ob die Bedeutung und chronologische Position z.B. der Verzierungsornamentik dabei im grabrituellen Bereich eine andere ist als im Siedlungsbereich, muß auch für das frühe Mittelneolithikum angedacht werden. Immerhin ist denkbar, daß bei nur kurzfristigen Siedlungen und einem rotierenden Siedlungssystem Gräber und Gräberfelder ein stabiles Moment darstellen.

Methodische Schlußbemerkung

Für den neolithischen Friedhof von Trebur, in dessen Gräbern sowohl Großgartacher als auch Hinkelsteiner Keramik geborgen wurde, ist hier ein Modell vorgestellt worden, daß nicht a priori ein Nacheinander der unterschiedlichen Keramikstile fordert. Im Gegenteil, es wird davon ausgegangen, daß aufgrund sozialer Aspekte unterschiedliche Zeichen, also auch verschiedene Keramikornamente, als Ausdruck langlebiger Traditionen gleichzeitig und benachbart auf engstem Raum existieren können. So sind auch korrespondenzanalytisch erhaltene Gruppenbildungen bei der Keramik nicht notwendigerweise als chronologische Stufen aufzufassen. Noch zweifelhafter erscheint es dem Autor, diese als Basis für sequentielle Kalibrationsverfahren zu benutzen, um scheinbar genauere Phasengrenzen zu erlangen. Dies wäre ein Zirkelschluß, der archäologisch keine Beweiskraft besitzt. In diesem Sinne sollten zukünftig vor allem auch soziale und ideologische Ursachen für die Dekorationsvielfalt neolithischer Keramik einen breiteren Raum in der Diskussion einnehmen.

 

Literatur

Biermann, Eric:
Großgartach und Oberlauterbach: interregionale Beziehungen im süddeutschen Mittelneolithikum. Archäologische Berichte 8. Bonn 1997.

Dieckmann, Bodo:
Ein mittelneolithischer Fundplatz bei Mühlhausen im Hegau - Stratifizierte Funde der Hinkelsteingruppe, der Stichbandkeramik und der Großgartacher Gruppe. Archäologische Nachrichten aus Baden 38/39, 1987, 20-28.

Dieckmann, Bodo:
Die Ausgrabungen in Hornstaad im Rahmen der Pfahlbauarchäologie Bodensee-Oberschwaben. Vorträge des 16. Niederbayerischen Archäologentages 1988, 57-82.

Dieckmann, Bodo / Hoffstadt, Jutta / Maier, Ursula / Spatz, Helmut:
Zum Stand der Ausgrabungen auf den "Offwiesen" in Singen, Kreis Konstanz. Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1997, 43-47.

Dieckmann, Bodo / Hoffstadt, Jutta / Lohrke, Brigitte / Maier, Ursula / Vogt, Richard:
Archäologie und Landesgartenschau 2000: Neue Ausgrabungen auf den "Offwiesen" in Singen, Kreis Konstanz. Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2000, 27-32.

Eisenhauer, Ulla:
Kulturwandel als Innovationsprozeß: Die fünf großen "W" und die Verbreitung des Mittelneolithikums in Südwestdeutschland. Archäologische Informationen 22.2, 1999, 215-239.

Fritsch, Barbara / Ehrminger, Bernhard:
Eine Feinstratigraphie mit Funden des Frühneolithikums und der Urnenfelderzeit aus Hilzingen, Kr. Konstanz. Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1986, 27-30.

Spatz, Helmut:
Beiträge zum Kulturenkomplex Hinkelstein, Großgartach, Rössen: der keramische Fundstoff des Mittelneolithikums aus dem mittleren Neckarland und seine zeitliche Gliederung. Stuttgart 1996.

Spatz, Helmut: Das mittelneolithische Gräberfeld von Trebur, Kreis Groß-Gerau. Materialien zur Vor- und Frühgeschichte von Hessen 19. Wiesbaden 1999.

 

© Text und Abbildungen: Johannes Müller 2002

Prof. Dr. Johannes Müller
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Vor- und Frühgeschichte
Am Kranen 1-3
96045 Bamberg
johannes.mueller@ggeo.uni-bamberg.de

 

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